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Warum ich Romane schreibe

Ein Ratgeber erklärt dir eine Erkenntnis. Ein Roman lässt sie in dir entstehen.

Warum ich Erkenntnis, Philosophie und persönliche Entwicklung lieber erzähle, statt sie zu erklären. Und warum du dich ruhig an einen Roman trauen darfst.

Ein Roman ist ein Spiegel. Du beobachtest scheinbar jemand anderen und erkennst nach und nach dich selbst.

Du musst den Weg nicht selbst gehen, um ihn zu verstehen

Die Hauptfigur macht Erfahrungen stellvertretend für dich. Sie sucht, leidet, entscheidet, scheitert, erkennt und verändert sich. Du darfst diesen Weg innerlich mitgehen, ohne ihn selbst durchleben zu müssen. Und aus dem, was die Figur erlebt, kannst du lernen, als wäre es dir selbst passiert. In Einen Mond lang betrittst du für 28 Tage das Leben deines Nächsten. In Das Geschenk gehst du mit jemandem, der sich fragt, ob das Leben wirklich das ist, was es sein soll. Du musst nicht selbst an diesen Punkt kommen, um zu verstehen, was er dort findet.

Dazu kommt etwas, das im echten Leben kaum möglich ist: Die Zeit verdichtet sich. Eine Entwicklung, die sonst Monate oder Jahre dauern würde, erlebst du in wenigen Abenden. Dadurch siehst du viel klarer, wie Ausgangslage, Erfahrungen, Erkenntnisse und Veränderung zusammenhängen. Im Alltag verschwimmen diese Zusammenhänge. Im Roman liegen sie offen vor dir.

Gemütliche Leseecke bei warmem Lampenlicht, ein aufgeschlagener Roman auf dem Tisch

Erleben statt verstehen

Das ist für mich der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Ratgeber. Ein Ratgeber kann sagen: Sei präsent. Lass los. Hör auf zu suchen. Du verstehst das, nickst vielleicht, und am nächsten Morgen ist alles wie vorher.

Ein Roman kann dich erleben lassen, wie es sich anfühlt, nicht präsent zu sein, festzuhalten und zu suchen. Und was geschieht, wenn sich daran etwas verändert. Aus abstraktem Wissen wird Erfahrung. Und Erfahrung bleibt anders hängen als ein Merksatz. Sie bekommt eine Szene, ein Gefühl und ein Bild. Wenn mir Leser schreiben, was ihnen von einem Buch geblieben ist, nennen sie fast nie einen Gedanken. Sie nennen einen Moment, einen Satz, den eine Figur gesagt hat, ein Bild, das sie seither nicht mehr loslässt. Und an diesem Bild hängt die ganze Erkenntnis, ohne dass man sie je auswendig lernen musste. Genau das kann eine Geschichte, was ein Ratgeber nicht kann. In Der Schüler des Meisters zum Beispiel erklärt Meister Eckhart Johannes Tauler nicht, was Gelassenheit ist. Tauler muss sie an ihm erleben, und du mit ihm.

Möglichst wenig betreutes Denken

Meine Romane erklären dir nicht, welche Erkenntnis du aus einer Szene ziehen sollst. Vieles darf zwischen den Zeilen liegen. Nicht, weil ich dir etwas vorenthalten will, sondern weil dann etwas Eigenes in dir entstehen kann. Eine Erkenntnis, die du selbst aus einer Geschichte gezogen hast, gehört dir. Eine, die dir vorgesetzt wurde, bleibt fremd.

Eine Testleserin hat mir zu einem Roman, der noch nicht erschienen ist, einen einzigen Satz geschrieben, den sie mitgenommen hat: „Dass es nichts braucht, außer einfach nur pures Sein.“ Dieser Satz steht so nirgends im Roman. Sie hat ihn selbst gefunden. Und genau deshalb wirkt er.

Zwei Hände halten einen aufgeschlagenen Roman im warmen Leselicht

Wenn dich eine Figur wütend macht

Ein Roman kann auch die unangenehmen Seiten sichtbar machen, an die man sonst nicht gern rührt. Wenn dich eine Figur ärgert, weil sie nur funktioniert, statt wirklich zu leben, dann ist genau diese Wut wertvoll. Sie kann die Frage auslösen: Wo lebe ich selbst so? Danach erkennst du solche Muster oft viel schneller, bei anderen und bei dir. Wer in Eines Tages ist Heute dem Protagonisten beim Aufschieben zusieht, ertappt sich meist schon nach wenigen Kapiteln selbst dabei. Und wer in Der Mann, der auf sein Leben wartete miterlebt, wie jemand glaubt, erst noch genug werden zu müssen, bevor das eigene Leben beginnen darf, erkennt oft das eigene Wenn-dann irgendwo zwischen den Zeilen.

Wenn dir jemand direkt sagt, was bei dir falsch läuft, entsteht schnell Widerstand. Bei einer Romanfigur kannst du dasselbe Muster erst mit Abstand betrachten. Du beobachtest dich selbst, indem du sie beobachtest. Und irgendwann merkst du vielleicht: Das mache ich auch. Ohne dass dich jemand belehrt hat.

Zugeklapptes Buch mit Lesebrille auf der Fensterbank im Morgenlicht

Ein guter Roman endet nicht auf der letzten Seite

Das Buch soll nicht abgeschlossen sein, wenn du es zuklappst. Idealerweise betrachtest du danach dein eigenes Leben anders. Du bemerkst stärker, wann Menschen nur funktionieren, wann du selbst im Außen lebst, wo du festhältst, was du aufschiebst und wie wahrhaftig du sprichst. Die Geschichte arbeitet weiter, lange nachdem die Figuren verstummt sind. Leser von Das Haus am Rand der Ewigkeit schreiben mir oft noch Monate später, welche der zehn Illusionen ihnen im Alltag plötzlich begegnet ist. Und wer mit Giordano Bruno in Wo Gott beginnt unterwegs war, sieht danach auch einen Baum am Straßenrand anders.

Deshalb schreibe ich Romane. Ich will Erkenntnis, Philosophie und persönliche Entwicklung nicht nur erklären. Ich möchte sie erfahrbar machen. Du sollst unterhalten werden und gleichzeitig etwas erleben, das möglicherweise deine Sicht auf dich und dein Leben verändert.

Was das für dich heißt

Wenn du bisher eher zum Sachbuch greifst, wenn du etwas an dir verändern willst, probiere es einmal andersherum. Du musst dich nicht entscheiden. Du darfst nur neugierig sein. Auf Romane, die dich verändern stelle ich dir meine spirituellen Romane genauer vor, und in den kostenlosen Leseproben kannst du ein paar Seiten lesen und spüren, ob dich eine Geschichte trägt. Alle Titel findest du in der Bücherübersicht.

Häufige Fragen

Roman oder Ratgeber? Kurz beantwortet.

Warum ein Roman statt eines Ratgebers zur Persönlichkeitsentwicklung?
Ein Ratgeber erklärt dir eine Erkenntnis. Ein Roman führt dich so nah an eine Erfahrung heran, dass die Erkenntnis in dir selbst entsteht. Die Hauptfigur durchlebt stellvertretend einen Entwicklungsweg, du gehst ihn innerlich mit und beginnst, dein eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen.
Was ist ein spiritueller Roman?
Ein spiritueller Roman erzählt eine Geschichte, in der die Hauptfigur durch Krisen, Begegnungen und Entscheidungen zu innerer Klarheit findet. Themen wie Loslassen, Präsenz, Vertrauen und Sinn werden nicht erklärt, sondern erlebbar gemacht. Eine Übersicht findest du auf Romane, die dich verändern.
Welche Romane von Markus Dirksen eignen sich zum Einstieg?
Zum Einstieg eignen sich Das Haus am Rand der Ewigkeit, Das Geschenk, Einen Mond lang und Eines Tages ist Heute. Zu allen Romanen gibt es kostenlose Leseproben.
Muss ich spirituell oder religiös sein, um die Romane zu lesen?
Nein. Die Romane sind schlicht erzählt, ohne Dogma und ohne Eso-Sprache. Sie richten sich an Menschen, die viel fühlen, viel nachdenken und spüren, dass Funktionieren allein nicht alles gewesen sein kann.
Zum Weiterlesen

Romane, in denen du dir selbst begegnen darfst

Sechs Geschichten, sechs Wege. Zu allen gibt es kostenlose Leseproben.

„Der Protagonist lebt stellvertretend einen Weg, für den du vielleicht Jahre bräuchtest. Und irgendwann merkst du, dass du begonnen hast, dein eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen."

Markus Dirksen

Trau dich an einen Roman. Und lies kostenlos hinein.

Du musst nichts entscheiden. Lies ein paar Seiten und spüre, ob dich eine Geschichte trägt.