Innere Architektur Markus Dirksen · Autor und Begleiter

Warum es diese Seite gibt

Kindle oder gedruckt?

Immer wieder schreiben mir Leser, dass sie sich dasselbe Buch in mehreren Formaten gekauft haben. Ich habe mich gefragt, warum sie das tun. Beim Nachdenken kamen die Antworten, die auf dieser Seite stehen. Vielleicht machen sie dir die Entscheidung leichter, mit allem, was dagegen spricht.

Ein Lesetisch am Fenster mit einem aufgeschlagenen gedruckten Buch, einem E-Reader und einer dampfenden Tasse

Die kurze Antwort zuerst: Wenn du ein Buch einmal liest und dann weiterziehst, reicht die Kindle-Ausgabe vollkommen.

Sie ist günstiger, sofort da und nimmt keinen Platz weg. Du verpasst nichts. Der Text ist in jeder Ausgabe derselbe, Wort für Wort. Alles Weitere auf dieser Seite ist nur dann interessant, wenn du merkst, dass ein Buch dich länger begleitet als die Lesezeit.

Die Ausgaben im Einzelnen

Was jede Ausgabe gut kann, und was nicht

Kein Format ist besser als die anderen. Sie sind für verschiedene Momente gemacht. Hier steht bei jedem auch, wofür es sich nicht eignet.

Kindle

digital
  • Wiegt nichts, und tausend Bücher passen auf ein Gerät
  • Günstiger als jede gedruckte Ausgabe
  • Sofort da, auch nachts um halb zwölf
  • Die Suchfunktion findet jede Stelle wieder
  • Schrift vergrößerbar, gut bei müden Augen
  • Markieren in Farben, kommentieren, und die Notizen sind immer dabei
  • Das Buch selbst geht nicht verloren
  • Kein Papier, keine Druckfarbe, kein Versandweg
  • Eine überarbeitete Fassung lässt sich digital nachreichen
  • Braucht Strom und ein Gerät
  • Verschwindet leichter aus dem Blick und damit aus dem Kopf
  • Mehr Bildschirmzeit, außer du liest auf einem E-Reader
  • Auf dem Handy lenkt alles andere mit ab
  • Du kannst es niemandem leihen oder in die Hand drücken
  • Weiterverkaufen geht nicht. Ein gedrucktes Buch, das du danach weitergibst, kann am Ende sogar günstiger sein
  • Kein Papier zum Anfassen und Riechen, die Sinne bleiben außen vor
  • Mit dem Finger an der Zeile entlang lesen geht schlecht
  • Das Inhaltsverzeichnis ist nicht so schnell aufgeschlagen wie im gedruckten Buch

Für unterwegs, für den ersten Durchgang und für alles, was du wiederfinden willst.

Taschenbuch

gedruckt
  • Papier, Gewicht, Geruch: es sind mehr Sinne beteiligt
  • Du kannst es verleihen und verschenken
  • Arbeiten mit dem Stift, anstreichen, an den Rand schreiben
  • Eine Seite lässt sich für dich selbst kopieren und aufhängen
  • Es steht im Regal und springt dir zur richtigen Zeit ins Auge
  • Lesen ohne Bildschirm, ohne Strom, ohne Akkustand
  • Weniger Ablenkung als auf jedem Gerät
  • Du kannst es später weiterverkaufen
  • Wiegt etwas und nimmt Platz im Regal weg
  • Teurer als die digitale Ausgabe
  • Der Versand dauert ein paar Tage
  • Papier und Farbe verbrauchen Rohstoffe
  • Eine überarbeitete Auflage bekommst du nur durch einen neuen Kauf

Für Bücher, mit denen du arbeiten willst, und für alles, was weitergegeben wird.

Hardcover

gebunden
  • Robuster, es hält auch nach Jahren noch zusammen
  • Fühlt sich wertiger an, das ist die Ausgabe zum Verschenken
  • Bleibt aufgeschlagen liegen, ohne festgehalten zu werden
  • Die teuerste der drei Ausgaben
  • Zu schwer für die Handtasche

Alles, was oben beim Taschenbuch steht, gilt hier auch. Nimm es für Bücher, die bleiben sollen.

Hörbuch

zu einigen Titeln
  • Geht beim Spazieren, beim Kochen, auf der Autobahn
  • Wiegt nichts und kostet keine Bildschirmzeit
  • Das Tempo lässt sich höher stellen
  • Eine fremde Stimme betont Sätze anders als der eigene Kopf
  • Nichts zum Markieren, nichts zum Zurückblättern
  • Für Menschen, die über die Augen lernen, weniger geeignet
  • Bisher gibt es nur zu einem Teil der Bücher eine gesprochene Fassung

Für Wege und für Hände, die beschäftigt sind.

Der eine Fall, in dem zwei Ausgaben wirklich etwas können, was eine allein nicht kann.

Hörbuch hören und dabei im gedruckten Buch mitlesen. Auge und Ohr bekommen denselben Satz gleichzeitig, du kommst schneller durch und es bleibt mehr hängen. Wer sonst beim Lesen abschweift, kommt so leichter in den Text hinein.

Eine Beobachtung

Warum manche Leser beides haben

Den Grund schreiben mir die wenigsten dazu. Also habe ich die Formate nebeneinandergelegt und geschaut, was jedes davon kann.

Am Ende lief es auf zwei Sätze hinaus: Digital findest du jede Stelle in Sekunden wieder. Gedruckt kannst du damit arbeiten und es weitergeben. Das ist meine Lesart, nicht ihre Aussage.

Ein Muss ist es jedenfalls nicht, und für die meisten Bücher ist es unnötig. Falls du selbst beide Ausgaben hast, würde mich interessieren, wie es dazu kam. Schreib es mir, ich lese jede Mail.

Eine aufgeschlagene Buchseite mit unterstrichenen Zeilen, handschriftlichen Notizen am Rand und einem Bleistift

Wenn du weitergibst

Ein Buch, über das ihr reden könnt

Ein zweiter Grund, der mir immer wieder geschrieben wird: Jemand verschenkt ein Buch nicht, weil er es loswerden will, sondern weil er ein Gespräch darüber haben möchte. Mutter und Tochter lesen dasselbe Kapitel und telefonieren danach. Zwei Freundinnen streichen unterschiedliche Sätze an.

Dafür brauchst du kein besonderes Angebot von mir. Du brauchst nur zwei Exemplare und jemanden, mit dem du reden willst. Wenn du magst, schreib mir hinterher, was dabei herausgekommen ist. Solche Mails lese ich am liebsten.

Ich habe dein Buch zuerst über Kindle gelesen und es mir jetzt noch als Taschenbuch bestellt. Ich habe keine Worte dafür, was dieses Buch in mir bewirkt hat, aber ich habe es inzwischen erlebt.

Maria, Leserin, in einer Mail an mich

Und wenn du unsicher bist

Fang klein an

Nimm die günstigste Ausgabe und lies. Wenn das Buch nach dem letzten Kapitel im Kopf weiterarbeitet, weißt du, dass sich mehr lohnt. Wenn nicht, hast du wenig ausgegeben und ein Buch gelesen. Beides ist in Ordnung.

Und falls du nicht weißt, welches meiner Bücher überhaupt zu dir passt, geh vorher einmal durch den Leser-Kompass.